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Reiseziele in Europa

Basse Normandie

Die Region Basse-Normandie befindet sich im Norden von Frankreich und setzt sich aus den Departments „manche“, „Calvados“ und „Orne“ zusammen. Im Norden grenzt die Region an den Ärmelkanal und im Westen befindet sich die Bretagne. Östlich davon befindet sich die Seinemündung und die Haute-Normandie. Ihren Namen verdankt die Normandie den „Normannen“ oder „Nordmännern“. Das war eine Gruppe von Wikingern, die in der zweiten Hälfte des 9. Jahrhunderts in den Norden von Frankreich eindrangen und als Bedingung für den Frieden das untere Seine-Becken von Karl III. als Lehen erhielten. Jedoch wurde der Friedensvertrag nicht eingehalten, sodass die Normannen in den folgenden Jahren weitere angrenzende Gebiete eroberten.

Die Hauptstadt der Basse Normandie ist Rouen, eine Hafenstadt, die rund 110 Kilometer von Paris entfernt ist. Hier gibt es viele Sehenswürdigkeiten, sodass man sich für die Entdeckung dieser Stadt ein wenig mehr Zeit einplanen sollte. Die Stadt wurde von Victor Hugo, einem französischen Schriftsteller, einst als die Stadt der hundert Kirchtürme bezeichnet. Dem Namen wurde Rouen auch gerecht, bis im Zweiten Weltkrieg sehr viele Bauwerke durch die Bombardements zerstört wurden. Die größte Zerstörung gab es damals zwischen der Kathedrale und der Seine und doch sind bis heute noch rund 2.000 Fachwerkhäuser erhalten. Besonders sehenswert ist die „Basilika Saint-Ouen“, die 130 Meter lang ist und eine der größten Orgeln der Welt beherbergt. Als sehr sehenswert gilt auch der „Le Palais de Justice“.  Der Justizpalast wurde 1509 erbaut und ist das größte gotische Gebäude in Europa, welches kein Gotteshaus ist. Unter dem Hof hat man einst das älteste jüdische Bauwerk des Landes entdeckt welches um 1100 entstanden ist.

Zudem trägt Rouen seit 2003 trägt die Bezeichnung „Ville amie des enfants“, was sie als kinderfreundliche Stadt auszeichnet. Verliehen wird diese Auszeichnung von der UNICEF Frankreich - allein das macht einen Besuch schon zu einer Pflichtveranstaltung.

Neben der Hauptstadt des Departments gibt es aber noch viele weitere interessante Städte in der Basse Normandie, wie z.B. Caen. In diesem Ort befindet sich das „Memorial de Caen“ - eine der am meisten besuchten Museen außerhalb des Pariser Ballungsraumes. Als sehenswert gilt auch das Tor zur Burg von Caen, die Kirche „Saint Pierre“ sowie die Klosterkirche „Sainte-Trinite“.

Ebenfalls immer einen Besuch wert ist Saint-Lo, dass oftmals auch als „Saint Laud“ in diversen Reiseführern zu finden ist. Die Stadt befindet sich auf der Halbinsel Cotentin und ist die Heimat des Nationalgestüts „Haras national de Saint-Lo“. Dieses schaut auf eine mehr als 200 Jahre alte Geschichte zurück und wurde 1806 von Napoleon Bonaparte durch ein kaiserliches Dekret gestiftet. Das Gestüt befand sich erst auf dem Gelände der ehemaligen Abtei von St. Croix, wurde 1884 auf dem heutigen Gelände östlich des Stadtzentrums erbaut und 1944 durch Bombardierung zerstört. Nach dem Krieg hat man das Gestüt als eines der wenigen Gebäude rekonstruiert und das nach den originalen Baupläne aus dem 19. Jahrhundert. Heute hat sich das Nationalgestüt zum  Zentrum der Pferdewirtschaft, des Pferdesports und der Pferdezucht entwickelt.

Eine weitere interessante Stadt ist Argentan, eine Gemeinde die ebenfalls viele interessante Sehenswürdigkeiten zu bieten hat. Zu nennen ist hier der „Donjon von Argentan“, die Reste der Stadtmauer sowie das mittelalterliche „Tour Marguerite“, bei dem es sich um Teile der Stadtbefestigung handelt. Im einst herzoglichen Chateau, dass aus dem 14. Jahrhundert stammt, befindet sich heute der Justizpalast. Hier befindet sich auch die Kapelle „Saint Nicolas“, die zum Ende des 11. Jahrhunderts erbaut wurde.

Ein weiteres Highlight an Sehenswürdigkeiten befindet sich in Bayeux, denn hier gibt es eine Gedenkstätte für Journalisten. Am 7. Oktober 2006 richtete man hier eine Gedenkstätte für die 2000 Journalisten, Kameraleute und Fotografen ein, die weltweit seit 1944 während oder wegen ihrer Arbeit getötet wurden. Das Mahnmal zeigt sich als ein landschaftlich gestalteter Weg, an dessen Seiten sich weiße Steine befinden.