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Reiseziele in Europa

Nord Pas-de-Calais

Nord Pas-de-Calais ist die nördlichste Region in Frankreich. Ihr Name ergibt sich aus zwei französischen Departments. Während sich das „Nord” auf die geografische Lage der Region bezieht, bezieht sich „Pas de Calais” auf die geringe Entfernung nach England. Von hier aus kann man mit nur einem „Schritt (Pas) von Calais nach Dover übersetzen.

Die Lage dieses Departments bietet aufgrund der Nähe zu England und Belgien optimale Verkehrsverbindungen, sodass es in dieser Region wichtige Handelszentren gibt. Aus rein landschaftlicher Sichtweise bietet die Region nicht sehr viel: es gibt breite Ebenen, Dünen und es regnet häufig. Die Winter sind hier recht frisch, aber nicht durch extreme Kälteperioden gekennzeichnet. Die Sommer sind angenehm. Dennoch hat Nord Pas-de-Calais seinen ganz eigenen Charme, durch den ein erholsamer Urlaub garantiert ist.

In der Region Nord Pas-de-Calais gibt es viele interessante Städte, die noch interessantere Sehenswürdigkeiten zu bieten haben. So kann man beispielsweise in Bergues Teile einer Stadtmauer von 5,3 Kilometern Länge bestaunen, die zum Teil noch aus dem Mittelalter stammen. Sehenswert ist auch der „Belfriede“, ein schlanker Glockenturm, mit dessen Bau man im 14. Jahrhundert begonnen hat. Vollendet wurde der Turm erst im 16. Jahrhundert, wurde dann 1944 von deutschen Truppen zerstört und 1961 wiederaufgebaut. Seit dem Jahre 2005 gehört der Belfriede zum Weltkulturerbe der UNESCO. Einer der ältesten Kanäle in Frankreich ist der „Canal de Bergues“, der nach Dünkirchen führt. Ihn baute man im 16. Jahrhundert als Verbindung zum Meer.

Eine weitere interessante Stadt ist Cambrai, in der sich die Kathedrale „Notre Dame Cambrai“ und die Kirche Saint-Gery befinden. Beide wurde im 18. Jahrhunderterbaut. Des Weiteren sehr sehenswert ist das Rathaus aus dem 19. Jahrhundert und die Gedenkstatue von Louis Bleriot, die sich im Stadtpark von Cambrai befindet. Hier kann man auch eine Gedenkstätte für den alliierten Angriff vom 20. November 1917 besichtigen. Interessant ist die Erinnerungstafel, die für die zivilen Opfer der Schlacht, aufgestellt wurde.

In Douai sollte man sich das ehemalige Kartäuserkloster aus dem 16. Jahrhundert nicht entgehen lassen. Zur Zeit der Französischen Revolution diente es militärischen Zwecken und trug im Zweiten Weltkrieg massive Schäden davon. Nachdem man es wieder aufgebaut hatte, ist hier seit 1958 das Kunstmuseum „Musee de la Chartreuse“ untergebracht. Wer im Juli im Norden von Frankreich seinen Urlaub verbringt, sollte sich die „Fetes de Gayant“ Anfang Juli in Douai nicht entgehen lassen. Dabei handelt es sich um Umzüge mit Figuren von Riesen, die teilweise höher als acht Meter sind. Im Jahre 2005 wurden diese Umzüge von der UNESCO als Teil der „Umzüge der Riesen und Drachen in Belgien und Frankreich“ in die Liste der „Meisterwerke des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit“. aufgenommen.

Sehr spannend ist auch immer wieder ein Besuch in Lille, dem Hauptort des Departments. Bekannt ist Lilla als Kulturhauptstadt Europas im Jahre 2004 und verfügt über sehr viele Museen und Sehenswürdigkeiten. Besonders erwähnenswert ist das „Musee Charles de Gaulee“, das „Musee d´Histoire Naturelle et de Geologie“ und das „Musee Industrial et d´Ethnologie“. In der Braderie von Lille findet zudem immer am ersten Wochenende im September der größte Trödelmarkt in Europa statt. Zwei Millionen Besucher sind keine Seltenheit.

Sehr vielen Menschen bekannt ist die Hafenstadt Calais, an der französischen Küste am Ärmelkanal gelegen. Sie ist nur ca. 34 Kilometer von England entfernt und daher der Übersetzpunkt für viele Englandtouristen. Calais ist aber auch der Mittelpunkt des Tourismus in diesem Department und unterteilt sich in die Altstadt, die sich innerhalb der alten Stadtbefestigung befindet, und dem Vorort St. Pierre. Beide Stadtkerne sind über einen Boulevard miteinander verbunden. Calais hat zudem viele Museen zu bieten, wie das „Musee des Beaux-Arts et de la Dentelle“, in dem eine Ausstellung zur Stadtgeschichte zu bestaunen ist. Interessant ist auch das Kriegsmuseum „Musee de la Seconde Guerre Mondiale“. Ferner gibt es viele interessante Bauwerke, wie das Denkmal „Les Bourgeois de Calais“, dass sich auf dem Platz vor dem Rathaus befindet und 1895 errichtet wurde. Das historische Rathaus selbst stammt aus der Zeit zwischen 1910 bis 1922 und hat einen Glockenturm, der zum UNESCO Weltkulturerbe gehört. Nicht entgehen lassen sollte man sich auch die Kirche „Notre Dame Calais“, die zwischen dem 13. und 15. Jahrhundert erbaut wurde.