Die Landschaft Thrakien gehört nur zu ca. sechs Prozent zu Griechenland. Den Rest der Region teilen sich Bulgarien und die Türkei. Die gesamte Region Thrakien wird vom Fluss Mariza durchflossen, der mit seinem Unterlauf das griechische Westthrakien vom türkischen Ostthrakien trennt. Thrakien ist touristisch nur recht gering erschlossen, wird aber als ein Geheimtipp angesehen, wenn man einen Individualurlaub in Griechenland verbringen möchte. Bekannt ist Thrakien für seine Philosophen und wird als eine der ältesten Kulturlandschaften in Europa angesehen. In den größeren Städten kann man viele interessante Museen finden. Zudem gibt es im gesamten griechischen Thrakien sehr viele Reste von alten Kulturen und historischen Plätzen. Sehr viele von ihnen sind bislang nicht näher erforscht.
Die Hafenstadt Alexandroupolis ist die größte Stadt in dieser Region und gleichzeitig auch das wirtschaftliche Zentrum. Direkt am Thrakischen Meer, einem Nebenmeer der Ägais gelegen, gehört die Stadt inzwischen zu einer der am stärksten aufstrebenden Orte im ganzen Land. Als besonders sehenswert gilt das Wahrzeichen der Stadt, der Leuchtturm am Hafen. Großartige Sehenswürdigkeiten gibt es sonst nicht und auch der Veranstaltungskalender ist eher langweilig. Wer aber die griechische Kultur und das Leben der Einheimischen richtig kennen lernen möchte und dem Massentourismus entfliehen will, der ist hier genau richtig.
Neben Alexandroupolis ist Xanthi eine der größeren Städte in Thrakien. Im Norden der Stadt befindet sich das Rhodopengebirge, das die natürliche Grenze zu Bulgarien bildet. Im Süden liegt das Ägäische Meer. In Xanthi besteht die Mehrheit der Bevölkerung aus Türken und Roma. Lange Zeit beanspruchten Bulgarien wie auch die Türkei das Gebiet für sich. Durch den Londoner Vertrag kam Xanthi jedoch 1912/13 entgültig zu Griechenland. In der Nähe von Xanthi befindet sich das moderne Avdira, das aufgrund der Ausgrabungsstätte des antiken Ortes Abdera sehr gut besucht ist. Auch Vostonida ist bekannt und beliebt. Es ist vor allem durch das Naturschutzgebiet Vistonida-Sees bekannt, welches ein UNESCO Naturschutzgebiet ist.
Eine weitere Präfektur, wie es in Griechenland genannt wird, ist Rodopi. Hier ist die Hauptstadt Komotini, die gleichzeitig der Veraltungssitz der Präfektur und auch die größte Stadt im Gebiet ist. Touristische Highlight sucht man auch in dieser Stadt am Südrand der Rhodopen vergeblich. Interessant ist allerdings der historische Stadtkern. Sehenswert sind auch die Ruinen der mittelalterliche Festung Mosinopol die sich ganz in der Nähe der Stadt befindet.
Eine weitere Präfektur in Thrakien ist Evros, das sich in Westthrakien befindet. Die Region trägt den Namen des Flusses der hier die natürliche Grenze zur Türkei bildet. In touristischer Hinsicht kommen Naturfreunde hier in den beiden Naturschutzgebiete im Evros-Delta und im Wald von Dadia auf ihre Kosten. Daneben kann man in dieser Region wunderbar Ferien auf Bauernhöfen und Farmen machen. Des Weiteren ist Loutros in der Gemeinde Traianoupoli ein klassischer Kurort mit Heilquellen und es wird das therapeutische Reiten angeboten. Zu den interessantesten Sehenswürdigkeiten zählen die vielen byzantinischen Kirchen. Bekannt ist die Region aber auch für ihre Seidenherstellung, die seit dem Jahre 555 hier für wirtschaftlichen Aufschwung sorgte. Die Stadt Soufli wurde 1872 an die Zugstrecke Dedeagac–Edirne angeschlossen und damit ein florierendes Zentrum der Seidenspinnerei. Ab 1923 verlor dieser Wirtschaftszweig durch den Verlust des Hinterlands auf der linken Evros-Seite und der Entwicklung der Kunstfaser an Bedeutung. So sind es heute nur noch rund 50 Personen, die in der Seidenproduktion arbeiten. In Soufli gibt es ein interessantes Museum in dem dieser Wirtschaftszweig ein dieser Region dokumentiert wird.